BILDSchulchronik
Von der Entstehung bis zum Um- und Neubau;
Einweihung der umgebauten und neugebauten Räume sowie der Turnhalle im Juli 1995

Die Entstehung der Schule in Mörnsheim

1464 findet der erste Lehrer von Mörnsheim Erwähnung. Seine Nachfolger sind bis zur Gegenwart lückenlos aus den Jahrtagsstiftungen der Kirche zu entnehmen, von wo sie auch einen Teil ihres dürftigen Einkommens für Läuten, Mesner- und Chordienste bezogen. Bis in das vorige Jahrhundert waren die Lehrer auf solche Nebeneinkünfte angewiesen. Anfänglich übten sie auch noch ein Handwerk aus und unterrichteten recht und schlecht in ihren Werkstätten. Der Unterricht wurde nur als Winterschule zwischen Martini und Ostern erteilt.

Erst ab 1820 standen Lehrer mit einer leidlichen Ausbildung zur Verfügung. Schule und Lehrer unterstanden der Aufsicht des Pfarrers. Vermutlich ist die heute noch stehende alte Schule gegenüber dem Kircheneingang das erste wirkliche Mörnsheimer Schulhaus gewesen.

1903/04 wurde eine neue 4-klassige Schule gebaut, die bis 1965 in Gebrauch war und heute einen Textilbetrieb beherbergt. Das neue Schulhaus mit 6 Klassen wurde am 7. November 1965 eingeweiht und kurz darauf der neue größere Schulverband mit Mühlheim und Ensfeld gebildet.

Der bestehende Schulhausbau aus dem Jahr 1965 war aufgrund der steigenden Schülerzahlen zu gering ausgelegt. Der Mörnsheimer Schulsprengel umfaßte neben Haunsfeld nur Altendorf. Ensfeld gehörte bis zur Gebietsreform zum Landkreis Donauwörth. Im Jahre 1969 wurde der Schulsprengel im Rahmen der Landschulreform geändert und Ensfeld und Mühlheim gehörten jetzt zur Schule nach Mörnsheim. Dadurch erhöhte sich die Kinderzahl von 206 auf 306, die von 8 Lehrern unterrichtet wurden. Zwei Klassen mußten in das alte Schulhaus nach Mühlheim ausgelagert werden.
Im Jahre 1977 erfolgte die Fertigstellung der Teilhauptschule II in der Schottenau. Danach verblieben in Mörnsheim von der 1. bis zur 6. Klasse 131 Schüler mit 5 Lehrern. Im Jahre 1984 erreichten die Schülerzahlen mit 73 Kindern den Tiefstand. Seit 1989 stieg die Schülerzahl wieder über 100 und erreichte dann innerhalb von vier Jahren fast die Grenze von 200 Schülern. Damit wurde das Raumangebot immer knapper, der Sportunterricht entsprach nicht mehr dem Lehrplan und Schulleitung und Elternbeirat forderten Baumaßnahmen.

Mit den notwendig gewordenen Erweiterungsbauten und der neuen Sporthalle sollte die städtebauliche Vorgabe weiterentwickelt und die bestehende Struktur angepaßt werden. Rein funktional war somit die Erweiterung der 7-klassigen Grund- und Teilhauptschule auf 9 Klassen gefordert. Die Nebenfunktionsräume mußten auf den zeitgemäßen Standard gebracht werden. Ferner war der Neubau einer Einfachsporthalle geplant.

Die architektonische Aufgabe...

Um der anspruchsvollen Bauaufgabe gerecht zu werden, lobte die Marktgemeinde Mörnsheim einen beschränkten Architektenwettbewerb aus, den das Architekturbüro Johannes Steinhauser aus Mörnsheim gewann. Die klare funktionale Trennung der Unterrichts- und Verwaltungsbereiche, der Umgang mit der bestehenden Substanz und die städtebauliche und gestalterische Lösung wurden von der Jury als gelungen betrachtet. Im November 1991 konnten die Baugenehmigungs- und Zuschußunterlagen fertiggestellt werden. Die Geneh migung durch die Behörden erfolge im Oktober 1992. Die gesamte Baumaßnahme mußte wegen der Fortführung des Unterrichts in mehrere Bauabschnitte gegliedert werden. Jeder fertiggestellte Bauteil mußte bis zur endgültigen Übergabe teilweise sachfremd zwischengenutzt werden. Mit dem ersten Spatenstich wurde am 26. Oktober 1992 begonnen. Er beinhaltete die Anbauten nach Norden für die Räume der Verwaltung und den Lehrerbereich, die Schulbibliothek und die neuen WC-Anlagen. Nachdem die Schülerzahlen zwischenzeitlich beachtlich gestiegen waren, mußten noch während der Rohbauphase gravierende Umplanungen erfolgen. Statt sieben sollten nunmehr 10 Klassen untergebracht werden. Die gesamte Konzeption des Erdgeschosses wurde auf das richtige Maß gebracht, um im Altbau und anstelle der Schulbibliothek drei weitere Klassenräume zu gewinnen.

1. Bauabschnitt:

Mit dem Bau der Sporthalle wurde im Frühjahr 1993 begonnen, wobei immense Erdarbeiten für die Unterkellerung nötig wurden. Nach Fertigstellung der Kellerumfassungen und der Hauptwände der Halle konnte im August 1993 die Stahlbaufirma die Dachtragkonstruktion montieren. Parallel dazu wurde die Fertigstellung des ersten Bauabschnitts zum Ferienende vorangetrieben. Mit dem neuen Schuljahr konnte dieser Trakt bezogen werden. Die wenigen Wochen der Sommerferien mußten ebenfalls für die gravierendsten Eingriffe im Untergeschoß des Altbaus genützt werden. Hier entstanden Werk- und Handarbeitsräume. Das Richtfest der Sporthalle fand im Oktober 1993 statt und war ein wichtiger Meilenstein der Gesamtmaßnahme. Die Ausbauarbeiten wurden bis Juni 1994 abgeschlossen, so daß mit dem neuen Schuljahr 1994/95 der Sportunterricht wieder stattfinden konnte.

Die heißeste Bauphase:

Die Sommerferien 1994 können als die heißeste Bauphase im Altbau bezeichnet werden. Zum einen mußten in diesen sechs Wochen die Räume im Kellergeschoß fertiggestellt und die gesamten Sanierungsarbeiten im Bereich der Pausenhalle und des angrenzenden Mehr zweckraumes durchgeführt werden. Zum anderen wurde die Südfassade geöffnet, um die Erweiterung des Erdgeschoßes anzubauen. Auch die sechs Klassen in den beiden Oberge schoßen wurden in dieser Zeit saniert. Nur durch das engagierte und disziplinierte Wirken aller beteiligten Firmen war die Realisierung dieses komplizierten Abschnittes möglich. Bis Ende 1994 wurde auch die drei im Erdgeschoß erweiterten Freiklassen bezugsfertig. Die Außenfassade wurde im Frühjahr 1995 neu gestaltet. Der Schulhof und das Umfeld wurden ebenfalls neu gepflastert und bepflanzt. Diese Arbeiten schließen mit dem Eröffnungstermin ab. Das Gestaltungskonzept war ein Hauptaugenmerk des Architekten: Bunter Stahl kontrastiert mit leicht lasiertem Holz bei den Trag- und Dachkonstruktionen. Naturbelassenes Birkenfunierholz und zweifarbig lackierte Fenster bestimmen die Grundstimmung der Innenräume. Die Decken wurden mit weißen Holz wolleplatten mit teilweise farbiger Gliederung strukturiert. Bei allen Materialien wurde auf die Umweltverträglichkeit geachtet. Das Farbkonzept des Ausbaus berücksichtigt den Wunsch nach einer fröhlichen, bunten Atmosphäre und ist zugleich zurückhaltend. Ein weiteres wichtiges Material ist das Glas. Insbesondere die Sporthalle, aber auch alle anderen Neubauteile gewinnen trotz ihrer klaren kubischen Formen an Leichtigkeit und Transparenz. Bewußt wurden den bodenständigen, weißen, verputzten Mauerwerkswänden leichte Holz-, Glas- oder Stahl-Glas-Konstruktionen entgegengestellt. Sowohl der gestalte rische und qualitative Anspruch als auch die komplizierte Baudurchführung und die damit verbundene zweieinhalbjährige Bauzeit haben von allen am Bau direkt oder indirekt Betroffe nen das Äußerste verlangt. So konnte im Juli 1995 die mit fast 7,5 Millionen Mark teuere Maßnahme zum Wohle der Schüler und Lehrkräfte seinen Bestimmungen übergeben werden.